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Wochenbett

Nach der Geburt - eigentlich beginnend mit der Nachgeburt - beginnt das Wochenbett (lat.: Puerperium ), die Zeit der Rückbildung aller Veränderungen während der Schwangerschaft und der Heilung aller geburtsbedingten Verletzungen.

Die Milchproduktion (Laktation) kommt in Gang und die Eierstöcke nehmen ihre Funktion (Ovarialfunktion) wieder auf.

Die Gebärmutter wiegt am Tag nach der Geburt aufgrund der muskulären Entspannung etwa 1 kg. Im Laufe der nächsten tage sinkt sie täglich etwa einen Finger breit tiefer. Am 10. Wochenbettstag ist die Gebärmutter von der Bauchdecke aus nicht mehr zu tasten. Die Rückbildung ist aber erst nach 6-8 Wochen endgültig abgeschlossen, die Gebärmutter hat dann nur noch ein Gewicht von 50 bis 70 g.

Durch die Ablösung der Plazenta entsteht an der Gebärmutterschleimhaut eine großflächige Wunde, besonders in den ersten beiden Tagen ist die Blutung noch sehr stark, der Blutverlust beträgt insgesamt bis zu 500ml, was auch den Kreislauf der jungen Mutter stark belastet.

Danach geht die Blutung in den so genannten Wochenfluss (Lochien) über, der anfangs noch rot gefärbt ist (Lochia rubra), mit zunehmendem Abheilen der Blutungsquellen, wird er bräunlich (Lochia fusca), danach durch die Vermehrung der weißen Blutkörperchen gelb (Lochia flava), und schließlich nach der 4. Woche weißlich (Lochia alba).

Der Wochenfluss kann Keime enthalten, deshalb ist besondere Hygien in dieser Zeit wichtig. Eine aufsteigende Infektion der Wunde in der Gebärmutter führt zum Kindbettfieber.

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Beckenboden
Durch Schwangerschaft und Geburt wird die Beckenbodenmuskulatur stark beansprucht und gedehnt. Als Spätfolge treten häufig - besonders nach mehreren oder besonders schweren Geburten - Senkungsbeschwerden auf, wie etwa die Scheiden- und Gebärmuttersenkung und Inkontinenzprobleme. Deshalb ist es wichtig, so bald wie möglich mit Rückbildungsgymnastik für den Beckenboden zu starten.

Hormonumstellung: Baby Blues
Die Hormonschwankungen, aber auch durch die neue Verantwortung als Mutter kommt es bei fast allen Frauen im Wochenbett zu einer seelischen Achterbahnfahrt zwischen Euphorie und Niedergeschlagenheit. Viele fragen sich, ob sie Ihrer Aufgabe als Mutter auch gewachsen sind.

Am 3. bis 4. Tag nach der Entbindung erleben etwa 8 von 10 Frauen die so genannten Heultage, die auch als Baby-Blues oder Wochenbettdepression bezeichnet werden. Im Gegensatz zu einer echten Depression vergeht die niedergeschlagene Stimmung aber recht bald, meist spätestens nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Frauen, die eine Hausgeburt hinter sich haben, sind zudem deutlich seltener davon betroffen. Die beste Hilfe ist es, der Wöchnerin Verständnis entgegen zu bringen und die Schulter zum Ausweinen anzubieten.

 
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