Ein Tag, den wohl vor allem Floristen, Konditoreien und Gastronomen so richtig hochleben lassen möchten ;-)
Und wie geht's den Müttern damit?
Ein Sonntag zum Ausschlafen! Schön! Aber wie geht es Ihnen, wenn Sie das Klappern und Klirren aus Ihrer Küche vernehmen, in der Papa und Kinder ein wenig ungeübt aber mit vollem Herzen das Frühstück für Sie zubereiten? Und dabei vor lauter Feuereifer ganz vergessen, das Chaos hinter sich zu beseitigen ...
Wenn Sie dann mittags zum Essen ausgeführt werden, damit Sie heute mal nicht kochen müssen, sondern sich extern verwöhnen lassen dürfen. Dummerweise in völlig überfüllten Lokalen, denn schließlich sind Sie ja nicht die einzige Mutter, der es heute so richtig gut gehen soll!
Oder muss Ihre Familie den besonderen Spagat üben? Weil nicht nur Sie Mama sind, sondern auch Ihre Mutter und Schwiegermutter auf Ihr angestammtes Recht an diesem zweiten Sonntag im Mai pochen.
Klar, süß ist dann schon wenn ein morgendlich zerknautschter 3Jähriger mit seinem tollen selbst gebastelten Geschenk und leuchtenden Augen vor Ihnen steht und haucht, dass er Sie so lieb hat.
Bedauerliche Solovorstellung?
Vor etlichen Jahren lernte ich mal eine 80jährige Frau kennen, die in einem Altersheim lebte. Das ganze Jahr über war sie sehr einsam, doch Mitte April begannen Ihre Augen ein wenig zu strahlen. Denn nun war es nicht mehr weit zum Muttertag. Dem Tag nämlich, an dem Ihr Sohn sie einmal im Jahr (!) abholte und zum Essen ausführte.
Finden Sie das nicht traurig?
Wir Mütter sollten solch seltsame Gewohnheiten gar nicht erst einreissen lassen. Schließlich geben wir 365 Tage im Jahr unser Bestes. Dafür sollten wir doch mindestens ebenso viele Muttertage kriegen. Und damit Liebe, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit an jedem einzelnen Tag im Jahr.
Wie wär's also mit Frühstück ans Bett an JEDEM Sonntag?

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